Facebook: Neuer News Feed könnte für Musiker zum Verhängnis werden
Facebook: Neuer News Feed könnte für Musiker zum Verhängnis werden
26. Oktober 2017 • geschrieben von:

Welche Band kennt das nicht? Man versucht, mit aller Macht so viele Fans zu erreichen wie nur möglich. Eine wichtige Rolle spielen neben Konzerten auch die sozialen Medien wie Facebook, Twitter oder Instagram. Ohne sie würde man nur noch mühsam seine Fans erreichen.

In den vergangenen Jahren haben sich die Social Network Dienste immer mehr auf den Fokus „mehr verdienen“ konzentriert und die Sichtbarkeit von Beiträgen stark eingeschränkt.

Für die meisten Bands ist es daher immer schwerer geworden, die eigenen Fans auf der Seite zu erreichen. Bei durchschnittlich 500-1000 Likes erreicht ein einzelner Beitrag oft nur zwischen 100 und 600 Leute. Erst wenn man Geld in einen Beitrag investiert und er dadurch „hervorgehoben“ wird, erlangt der Beitrag eine größere Reichweite.

Da sich allerdings die meisten Bands keine teure Werbung leisten können, bleiben die Investitionen für hervorgehobene Beiträge in vielen Fällen aus.

Ohne Kohle, keine Sichtbarkeit

Für Musiker könnte es jetzt noch härter werden, denn Facebook schraubt an einer neuen Übersicht für die Pinnwand, auch „News Feed“ genannt. Dabei handelt es sich um die Beiträge, die auf der Pinnwand nach dem einloggen gesehen werden können.

Facebook möchte den News Feed splitten und zwei daraus machen. Auf der gewöhnlichen Pinnwand sollen dann nur noch Beiträge von Freunden und hervorgehobene Beiträge zu sehen sein und nicht mehr die der Seiten, die man mit „Gefällt mir“ markiert hat. Diese werden in einem anderen neuen News Feed gelistet, den man extra anklicken muss.

Der Tod für alle kleinen Seiten! Die Beiträge gehen völlig unter, berichten auch Betreiber, die die Funktion schon testen müssen. Facebook hat die Splittung der News Feeds bereits in Bolivien, Kambodscha, Guatemala, Serbien, Sri Lanka und Slowakei aktiviert.

Aus der Slowakei wird den Medien mitgeteilt, dass die Reichweite deutlich kleiner ist und die Interaktionen bei größeren Seiten um ein Viertel gesunken sind. Von Facebook heißt es, dass die Aufteilung nicht global eingesetzt werden soll. Es handele sich um kleinere Tests für neue Algorithmen. Sollte es tatsächlich so kommen, wäre der Verlust für Musiker extrem groß.

Facebook sucht erneut einen Weg, wie man aus einem Milliarden-Gewinn weitere Milliarden schöpfen kann und wieder geht es auf Kosten der kleineren Seiten, die so schon kaum eine große Reichweite erlangen können.

Welche Alternativen bleiben dem Künstler noch?

Twitter wird von Musikern in Deutschland eher weniger genutzt und hat in den USA eine größere Reichweite. Aber auch diese Plattform hat den hervorgehobenen Beitrag schon eingeführt und schränkt die Reichweite der Beiträge ein.

Für den Künstler bleibt am Ende nichts anderes über, als die Lage zu akzeptieren und gegebenenfalls den Geldbeutel zu öffnen, damit seine Fans noch etwas mitbekommen. Vielleicht wäre eine sinnvollere Filter-Funktion für die Pinnwände die bessere Lösung. Von einem Milliarden Unternehmen kann man so ein Entgegenkommen allerdings nicht erwarten.