Interview mit Joseh - die Reise bis zum fertigen Album EPHEMERAL
Interview mit Joseh - die Reise bis zum fertigen Album "EPHEMERAL"
31. Dezember 2017 • geschrieben von:

Artistfy: Am 5. Januar 2018 erscheint dein Album „EPHEMERAL“, davon ist bereits am 15. Dezember die Single „Beauty in the Broken“ erschienen. Was wird die Hörer erwarten?

Joseh: Eine Reise durch die Gefilde des Guten und des Bösen, des Scheiterns und Gewinnens, des Glücks und der Unglückseligkeiten und der Gegenwart und der Vergangenheit. Der Optimismus und der Blick nach vorne bilden hier lyrisch eine Konstante, sowie die Message, dass wir alle nur versuchen das Beste aus unseren Leben zu machen. Es ist musikalisch, orchestrierter Indie-Folk, wo sich durchaus Ohrwürmer verstecken. Melodiöse Harfe trifft auf wuchtige Drumbeats, zarte Streicher auf verzerrte Orgeln und Kirchenchöre auf dynamische Gitarren.

Artistfy: Wenn du auf die Vorbereitungen und die Prozesse bis zum Endprodukt zurückblickst, welche Momente hast du vor dir? War es anstrengend oder eher aufregend?

Joseh: Es war immer aufregend! Für mich war es neu zu sagen: OK liebe Band, zeigt mal eure Ideen für Bass und Schlagzeug. Bisher konnte das nur unsere Harfenistin Ulli machen, die ihre eigenen Melodien schreibt. Es war schön andere Köpfe “zu hören “ und diese einfließen zu lassen. Oft mache ich selbst einen Mix für mich, damit ich mir klar werde in welche Richtung der Sound gehen soll. Diesmal habe ich das vertrauensvoll in die Hände von Kay Petersen abgegeben, wegen der Vielzahl an Instrumenten wie Orgeln, Trompeten, Posaune oder z.B dem Klavier. Und er hat einen wunderbaren Job gemacht. Es war auch schön Orchester Instrumente zu arrangieren und zu schreiben, da ich keine Noten schreiben kann. Vieles ist also im Kopf entstanden und ich versuche dann durch Kritzeleien und vorsingen die Melodie klar zu machen.

Artistfy: Du bist sehr musikalisch aufgewachsen, da deine Eltern selbst Musiker sind. Wie war deine Kindheit, was davon erkennst du in deiner Musik wieder?

Joseh: Viele der Hauptthemen behandeln meine Vergangenheit. Das Unterwegssein, das alleine sein, der Verlust von Freunden sowie die Suche nach dem Glück. Zum Glück wusste ich als Kind warum die Situation so war wie sie war. Warum wir jedes Jahr umgezogen sind und ich habe absolut kein weinendes oder trauriges Auge, wenn ich daran denke. Im Gegenteil, ich glaube es hat mich stark gemacht, mich gelehrt viele Fragen zu stellen und viel zu reflektieren. Wie gesagt geht es auf dem Album auch darum: was kann Positives aus dem scheinbar Negativen entstehen? Welche Chancen ergeben sich?

Artistfy: Wird es 2018 auch eine geplante Tour oder vereinzelnde Auftritte geben?

Joseh: Die Jahre 2015 und 2016 waren mit über 110 Auftritten pro Jahr sehr gut. Auch 2017 trotz Album-Produktion kamen immerhin über 60 Auftritte zusammen. Ich denke das wird 2018 ähnlich sein, dass wir die Musik live vorstellen.

Artistfy: Mal abgesehen von den folkloristischen Klängen, welche Genre könntest du dir als Musiker noch vorstellen oder mal ausprobieren?

Joseh: Folkloristisch ist übertrieben. Ich war schon immer eher im Urban-Folk unterwegs. Da ist der Ursprung eher im Rock oder Punk mit Anleihen an Americana. Dieses Album geht schon eher in Richtung Indie-Folk-Rock. Die Harfe trägt natürlich viel bei, jedoch ist das spannende daran, die Mischung anzuhören. Das macht Ulli wunderbar, denke ich. Ich höre gerne Soul, RnB, elektronische Klänge und Mainstream Pop. Bin selbst gespannt, ob oder wie das noch einfließt in meinen Urban-Folk. Aber ich lese nicht gerne vor aus dem Buch der Zukunft.

Artistfy: Wie viel eigene Lebensweisheiten prägen deine Texte? Wie gehst du beim Schreiben vor?

Joseh: Ich schreibe Assoziativ. Heißt, ich fange an und lasse meinen Kopf und Gefühle rasen und gucke so, wo es mich Zeile für Zeile hinführt. So versuche ich eher universelle als bedingte Werte zu übermitteln, mit dem Ziel der hohen persönlichen Interpretation. Was für mich manchmal überraschend sein kann, weil manche Hörer Songs anders interpretieren als ich. "Beauty in the Broken" hatte zuerst einen anderen Text im Refrain.

Eine Frau aus den USA hatte die Demo Version vom Song gehört und ihn auf die Pinnwand von ihrem Mann geteilt. Es hat sich schnell rausgestellt, dass ihr Mann vor einem halben Jahr verstorben ist und sie hatte mir geschrieben, dass der Song sie in einem Moment getröstet hat. Sie hatte ein Wort vom Text falsch verstanden. Danach hatte der Song für mich im gesamten Sinn gemacht und ich singe immer noch “ihren” Text.

Artistfy: Was wäre für dich der schönste Traum als Musiker, abgesehen davon leben zu können? Was würde dich besonders glücklich machen?

Joseh: Davon leben können tu ich ja - ich denke von daher ist das Schönste, wenn mehr Leute sagen, wow, der Song bedeutet mir was. Damit wäre ich meinem Songwriter Traum näher.

Weitere Infos findet ihr auf Facebook und auf seiner Website