Digitaltag 2018 – Was sich für Musiker und Musikbranche in Zukunft alles ändert
Digitaltag 2018 – Was sich für Musiker und Musikbranche in Zukunft alles ändert
01. Oktober 2018 • geschrieben von:

Hamburg – Beim Digitaltag 2018 zeigt die Musikbranche sein wahres Gesicht und stellt Zahlen, Zukunftsvisionen sowie Veränderungen vor. Das der Markt einen Wandel durchmacht ist kein Geheimnis. Das Internet sorgt für eine digitale Übermacht, die nicht mehr aufzuhalten ist.

Die Statistiken zeigen, der physische Vertrieb hat immer weniger Anteile am Markt. So waren die weltweiten Einnahmen bei der Gründung des ersten Streaming-Dienstes im Jahre 2005 beim physischen Vertrieb (CD, Vinyl) bei 18,1 Milliarden Dollar, im Jahr 2017 sind es nur noch 5,2 Milliarden Dollar. Der Streaming-Anteil wuchs 2017 auf 6,6 Milliarden Dollar. Im 1. Halbjahr 2018 passiert es dann, digitale Verkäufe und Streaming überholen erstmals die CD und erlangen einen Marktanteil von 58,9%, Tendenz steigend. Davon sind alleine 47,8% Audio-Streaming.

Auch der Absatz des Audio-Downloads (z.B bei iTunes) ist enorm gesunken. Gerade mal 8,5% sprechen für ein baldiges Ende einiger Plattformen dieser Art.

Das Streamen ist ein Teil des Lebens vieler Konsumenten geworden. Niemand möchte mehr auf die über 50 Millionen Songs auf einem Smartphone verzichten. So schreiben die Streaming-Dienste 2013 noch 5,9 Milliarden Plays, da sind es 2017 schon 56,4 Milliarden Plays.

Der Trend setzt sich fort, so schätzen die Musikverbände, dass 2022 die Streaming-Anbieter 75% des gesamten Marktes ausmachen. Nur noch 3% werden digitale Musik downloaden und die physischen Tonträger erlangen nur noch einen Marktanteil von 22%.

Streaming-Dienste ermöglichen mehr für Musiker

Die größte Kritik, die sich die Streaming-Anbieter immer wieder anhören müssen, ist die niedrige Auszahlung an Gewinnen, da es oft nur wenige Cent für mehrere Streams gibt. Ein Problem, das auch beim Digitaltag ein Thema war. Doch eine Lösung mehr Geld auszuzahlen gibt es nicht, denn die Massen an Titeln die gestreamt werden, würden zu hohe Summen verursachen, die die Streaming-Anbieter in die Insolvenz zwingen würden.

Die Lösung des Problems besteht eher in der Reichweite, denn die meisten Musiker legen darauf heutzutage deutlich mehr Wert, als mit der Musik Geld zu verdienen. Und schließlich ermöglicht Reichweite auch die Steigerung des wirtschaftlichen Anteils.

Das „Pitching“ kommt

Dieser Begriff ist in der Musikbranche noch relativ neu und wurde im Sommer 2018 von Spotify als erster Streaming-Dienst eingeführt. Apple Music und auch Deezer folgen mit dieser Funktion in Kürze. Mit dem Pitching ist es möglich, seine Musik bei der Redaktion der jeweiligen Anbieter einzureichen und so gezielt verschieden hervorgehoben zu werden z.B in große Playlisten.

Dafür legen die Anbieter eine gewisse Voraussetzung fest, an die sich der Künstler bzw. sein Musikvertrieb oder Label halten müssen. Bei Spotify kann man so im „Release-Radar“ oder der „New Music Friday“ Playlist landen. Deezer bietet an, dass man gegen Geld eine gewisse Anzahl an Hörer erreichen kann. Bezahlt wird aber nur, wenn der Hörer auch mindestens 30 Sekunden des Songs angehört hat. 20 Euro sollen bis zu 5000 Hörer ergeben.

Zugegeben, für Reichweite bezahlen ist nicht das Wahre vom Ei, aber bei dem Bedürfnis mehr Reichweite zu erlangen, ist so eine Möglichkeit für den Künstler eine nette Funktion.

Was für Musiker wichtig wird

Entscheidend sind in Zukunft vor allem die Kommunikation und das Erscheinungsbild aller Musiker. Soziale Medien spielen immer mehr eine Rolle, auch wenn Plattformen wie Facebook die Reichweite stark eingrenzen. Der Bezug zu dem User ist heutzutage wichtiger denn je.

So nutzen Facebook täglich 2 Milliarden User, 800 Millionen Instagram, 317 Millionen Twitter, 1 Milliarden YouTube und sogar 200 Millionen Pinterest im Monat. Plattformen die niemand unterschätzen sollte. Dort sollte jeder aktiv sein und sich bestens präsentieren.

Aber auch einige Anbieter sollten gepflegt werden wie z.B Spotify. Dort kann jeder seine Band oder seinen Künstlernamen verifizieren lassen und schon bekommt man Zugang zu mehr Statistiken, Zahlen, Funktionen und man kann sein Künstlerprofil aufmöbeln, was dringend empfohlen wird. Wie das funktioniert, erfährst du hier.

YouTube wird zum Musikgigant

YouTube will seinen Service für Musiker, aber auch für den Musik-Konsumenten weiter ausbauen und hat im Juni mit YouTube Music einen großen Schritt gewagt. Die neue App verspricht viel und vereint Musikvideos mit der Musik. Musik ist so anseh- oder an hörbar. Aber auch für den Künstler selbst will YouTube neue Möglichkeiten erschaffen.

Die App ist zwar noch nicht ganz ausgereift, wird aber mit der Zeit noch Funktionen erhalten.

Was wird Artistfy in Zukunft anbieten

Wir arbeiten bereits mit Hochdruck an unserem eigenen Backend, mit dem der Musiker in Zukunft seine Musik verwalten, planen und organisieren kann. Mehr Statistiken sollen den angenehmeren Überblick verschaffen und besondere Tools sowie Funktionen die Verwaltung einfacherer gestalten. Wann wir damit online gehen, steht noch nicht fest.

Besonders interessant wird YouTube, denn hier werden wir mit eigenem Kanal und dem sogenannten „Claimen“ immer stärker auftreten und mit unseren Partnern daran arbeiten, dass unser Kanal immer größer wird und starke Präsenz zeigt.

Zusätzliche Funktionen werden unseren Kanal und dessen Inhalte in Zukunft mit mehr Priorität ansteuern und so den Zugriff auf eine größere Reichweite ermöglichen.

Die Qualität unseres Musikvertriebes wurde bereits im Sommer erhöht, so können Musiker jetzt auch Wave Dateien mit höherer Bitrate einreichen, da einige Stores wie qobuz, HighResAudio oder 7 Digital die Musik für echte Kenner auch in hoher Qualität für mehr Geld anbieten.

Intern erhalten wir neue Statistiken, mit denen wir noch gezielter arbeiten können. Zudem planen wir immer gerne die Releases mit den Musikern, die sich dafür jederzeit bei uns melden können. Wer seine Musik gerne veröffentlichen möchte, findet hier all unseren Service.