Single, EP oder Album? Lohnt es sich noch ein Album zu produzieren?
Single, EP oder Album? Lohnt es sich noch ein Album zu produzieren?
10. März 2019 • geschrieben von:

Ganz klar: Ja! Aber…

Wie bin ich aufgestellt? Bin ich neu auf dem Markt? Welche Möglichkeiten gibt es? Was kostet es mich? Fragen die man sich im Prozess der kreativen Arbeit stellen sollte.

Für viele Künstler scheitert die Produktion oft schon an den Kosten. Studio-Aufnahmen sind in guter Qualität nicht günstig und deshalb rudern viele zur EP zurück. Aber da war doch was? Soll man die Songs nicht als Singles veröffentlichen, weil neues Marketing das zulässt?

Ganz klar: Ja! Aber…

Wie bin ich aufgestellt? Bin ich neu auf dem Markt? Welche Möglichkeiten gibt es? Was kostet es mich? Die Fragen noch mal zu lesen klingt erstmal verwirrend, aber hier ist die Auflösung.

Unbekannten Bands, mit sehr wenig Reichweite, könnte durch die Produktion eines Albums ein großer Marketing-Vorteil verloren gehen, sofern das Album in einem Satz veröffentlicht wird. Zwar produzieren die meisten Bands noch eine CD in kleinerer Auflage dazu, welches dann Stolz auf Konzerten vertickt wird, aber das Ziel für mehr Reichweite bleibt dabei aus.

Ein Album, das mit Single-Auskopplungen bestückt wird, füllt die Chancen auf mehr Reichweite schon um einiges mehr. Teilt man das Album in einzelne Singles auf, kann jede Single für sich umworben und mit kostenlosen Marketing-Strategien platziert werden. Auf das Album muss man trotzdem nicht verzichten. Es kann komplett danach veröffentlicht werden.

Hier ein Beispiel:

Ein Album mit 10 Songs wird in 5-6 einzelne Singles aufgeteilt, die über einen längeren Zeitraum veröffentlicht werden. Die Singles können in verschiedenen Marketing-Strategien umworben werden z.B Die Erstellung eines Musikvideos, ein Auftritt, oder, falls möglich, mit bezahlter Werbung. Das Album selbst erscheint danach mit den noch fehlenden (dazugehörigen) Songs.

Was bringt das? Kostet das nicht mehr Geld? Nein!

Die Singles aktivieren die neuen Möglichkeiten im Marketing, wie zum Beispiel den Pitch, mit dem man sich in den Algorithmus der Streaming-Anbieter eintragen kann oder für Playlisten vorgeschlagen wird. Ein sehr wichtiger Marketing-Schritt.

Für viele mag das unreal vorkommen, es gibt sie aber immer wieder, die glücklichen Überraschungen, wenn Spotify eine Band ganz groß listet. Es kostet keinen Cent, nur etwas Zeit, Vorbereitung und Planung. Der Pitch kann bei einem kompletten Album nur einmal eingesetzt werden, für jeweils einen Song. Teilt man das Album in mehrere Singles auf, kann jeder Song gepitcht werden. Die Chancen gelistet zu werden steigt (bei 5-6 Singles) um das Sechsfache.

Musikvertriebe sind zu teuer für so viele Produkte? Nein! Denn bereits in den USA, England sowie Deutschland (Artistfy) wird die Flatrate für Musiker unter 20 Euro im Jahr angeboten. Mit diesem günstigen Service können so viele Singles, EPs oder Alben released werden, ohne dass zusätzliche Kosten hinzukommen. Optimal für eine Marketing-Strategie dieser Art.

Dasselbe Prinzip kann mit einer EP durchgeführt werden. Hier würde man je nach Track-Anzahl der EP, die Single-Auskopplungen auf 1-2 Tracks beschränken. Natürlich kann man auch jeden Song einzeln veröffentlichen und dann die EP oder das Album noch einmal, doch dann bleibt der Effekt des End-Produktes meistens aus, da keine neuen Songs mehr vorhanden sind.

Der Fokus sollte allerdings nicht nur auf dem Pitch liegen, sondern auch auf die Marketing-Arbeiten um ein Produkt herum. Soziale Netzwerke sind kostenlos und können weiterhin clever eingesetzt werden. Dass Plattformen wie Facebook aussterben ist ein Irrglaube. Sie befinden sich ein einem Wandel der Kommunikation und werden weiter von Millionen Nutzern genutzt.

Warum veröffentlichten Major-Künstler weiterhin Alben? Hier kommt der Unterschied. Ab einer bestimmten Größe an Hörern oder Fanbase lohnt sich die Singles-Auskopplungen nur noch in kleinere Anzahl zum Ankündigen oder Aufheizen eines Albums oder EP. War ein Musiker längere Zeit nicht aktiv, pusht er mit einer Singles-Auskopplung das Album. Der Effekt bei einem Album ist bei einer monatlichen Hörerzahl von mehreren Millionen viel größer, als bei einer Single. Auch die Erwartungs-Haltung ist oft bei größeren Künstlern eine ganz andere als bei Newcomern.

Fazit: Wer sich wirklich Gedanken über seine Musik macht und über den so genannten „Hobby Musiker“ hinauswachsen möchte, wird mit der Single-Methode keinen Fehler begehen. Das Album muss dafür nicht weichen, sondern kann zusätzlich veröffentlicht werden. Es gibt Musikvertriebe die Flatrates anbieten, damit man mehrere Produkte veröffentlichen kann. Bei Artistfy bekommt man auf Wunsch zusätzlich eine Beratung für eine Release-Planung. Für andere Anbieter können wir natürlich nicht sprechen, aber informieren kann man sich überall.

Kostenlose Marketing-Möglichkeiten gibt es ohne Ende. Wer kommunizieren kann, kann sich auch in der Musikwelt weiterentwickeln und entdeckt die Vorzüge einer guten Release-Planung.

Wir möchten deutlich darauf hinweisen, dass einige Informationen (z.B der Pitch) keine Garantie auf sofortigen Erfolg sind. Sie sind eine Möglichkeit und könnten zu Reichweite/Erfolg führen.