Eine Alternative zur GEMA? Was macht C3S anders und lohnt es sich?
Eine Alternative zur GEMA? Was macht c3s anders und lohnt es sich?
31. Januar 2019 • geschrieben von:

Auf seinem Weg begegnet fast jeder Musiker einem wichtigen Thema: der Rechteverwertung. Seit 1933 ist die Gesellschaft für musikalische Aufführungs- und mechanische Vervielfältigungsrechte, uns allen bekannt als GEMA, das Urgestein und die mit Abstand größte Institution auf diesem Gebiet. Neben all ihren positiven Aspekten wird jedoch häufig bemängelt, dass der Geldfluss intransparent, der Verwaltungsapparat zu kostspielig und das Lizenzmodell nicht mehr zeitgemäß sind. Ich möchte euch daher einmal auf eine Organisation aufmerksam machen, die sich zurzeit noch in der Planungsphase befindet und die eben diese aus heutiger Sicht vermeintlichen Defizite angehen und besser machen möchte.

Die Cultural Commons Collecting Society, kurz C3S. Sie selbst sieht sich dabei nicht als Konkurrenz zur GEMA, sondern als eine Alternative.

c3s - ist das fair?

Für das Konzept der C3S spielt Fairness, die stetig voranschreitende Digitalisierung und die Veränderungen, die die Musikwelt mit sich bringt, eine zentrale Rolle. Sie richtet sich mit ihrem Konzept in erster Linie an Künstler, die ihre Werke auch oder vorwiegend im Internet veröffentlichen möchten. Angeboten werden soll unter anderem eine sogenannte Werkbasierte Verwertung. Dabei wird für jedes Stück eines Künstlers einzeln festgelegt, ob es von der C3S verwaltet werden soll, oder eben nicht. Außerdem soll es die Möglichkeit geben, einzelne Stücke auch kostenlos zur Verfügung zu stellen. Dadurch wird zum Beispiel ermöglicht, dass ein einzelner Song auf öffentlichen Veranstaltungen gespielt werden kann, ohne dass dabei für den Veranstalter Lizenzgebühren anfallen, während die restlichen Tracks des Albums vollständig geschützt sind und für deren Nutzung reguläre Lizenzgebühren gezahlt werden müssen. Es wird also zwischen All rights reserved und Creative Commons-Lizenzen unterschieden, die je nach Wunsch des einzelnen Künstlers pro Werk individuell festgelegt werden können.

Die C3S strebt einen geringeren Verwaltungsaufwand durch automatisierte Lizenzverträge an. Außerdem soll, sofern dies technisch möglich ist, die Verteilung der Lizenzgebühren 1:1 erfolgen, also für jedes Abspielen eines geschützten Songs. Ermöglicht werden soll dies unter anderem durch automatische Playlisten-Übermittlung und dem Monitoring von Radio- und Fernsehsendern, was wiederum den Content Providern, Lizenznehmern und Privatnutzern zugutekommen soll. Diese sollen sich übrigens auch über europaweite Lizenzierungen, klare Tarifstrukturen und vorhersehbare Lizenzkosten freuen dürfen.

Musiker sollen derweil 100% der Lizenzgebühren, abzüglich des Mitgliedsbeitrags erhalten. Erst bei der Überschreitung eines bestimmten Werts sollen zusätzliche Abgaben für Verwaltungsaufgaben prozentual erhoben werden.

Dadurch soll ein gewisses Grundeinkommen gesichert werden.

Zusätzlich wollen sie Cultural Commons Collecting Cociety Projekte im Bildungsbereich unterstützen, um “Bewusstsein und Verständnis im Umgang mit Urheberrecht, Creative Commons und freien Lizenzen zu vermitteln”.

Bisher ist die C3S laut eigenen Angaben noch nicht als Verwertungsgesellschaft zugelassen, da hierfür 2500 nutzende Mitglieder notwendig sind. Ich persönlich finde das Konzept jedoch interessant, da es ein zeitgemäßer Versuch ist, durch Fairness und Transparenz zu punkten und bin gespannt, ob sich das Projekt in den kommenden Jahren bewähren kann.

Weitere Informationen zum Thema unter www.c3s.cc